Kartenlegen lernen

Ist Kartenlegen überhaupt lernbar?

Ja! Kartenlegen lernen ist vergleichbar mit dem Erlernen einer Fremdsprache. Auch hier werden vorab Vokabeln gepaukt, auch hier wächst das Können mit dem Üben, auch hier kann man sich durch Zuhören (Zusehen) Wissen aneignen, das man später kreativ umsetzt.

Natürlich kann man nicht in wenigen Stunden erlernen, wofür andere Jahre brauchen! Ebenso liegt auf der Hand, dass es immer Menschen geben wird, die für gewisse Dinge eine besondere Begabung aufweisen. Nehmen wir an, Sie wollen das Geige spielen erlernen. Nun, haben Sie zehn Finger an zwei Händen? Dann sollte das kein Problem sein. Voraussetzung: Sie müssen es wirklich wollen! Geige spielen lernen ist schwierig und zeitaufwendig. Kartenlegen lernen auch. Wer also nicht das „gewisse Etwas“, das Talent dazu besitzt, der wird die Karten schon bald wieder in die Ecke legen, weil es ihm zu mühsam ist, weil er keinen Zugang bekommt.

Doch was ist denn nun diese „Gabe“?

Ich denke, damit meint man im allgemeinen eine besonders gut ausgeprägte Intuition oder auch Hellsichtigkeit. Manche Menschen werden mit ihr geboren, andere erleben im Laufe ihres Lebens, dass Dinge, die bereits vorher von ihnen erfasst wurden, tatsächlich eintreten. Bei der Interpretation eines Kartenbildes sicherlich als Ergänzung von Vorteil, jedoch keinesfalls zwingend erforderlich.

Diese Menschen arbeiten aber in der Regel nicht als KartenlegerInnen, denn sie sind selber ein Medium und brauchen das Medium Karten nicht.

Ich denke, was bei den Kartenlegern/Kartenlegerinnen als „Gabe“ bezeichnet wird, ist oft eine ganz besondere Art von Selbstvertrauen in die eigenen Aussagen. Eine spezielle Souveränität, die der Ratsuchende spürt und wahrnimmt.

Langjährige KartenlegerInnen, die ich gefragt habe, empfinden das ähnlich... Sie WISSEN einfach, dass richtig ist, was ihnen die Karten sagen. Sie haben eine Art Urvertrauen in sich ruhen. Dieses besondere Wissen wächst im Laufe der Zeit, nimmt immer mehr zu, je häufiger man die Karten zur Hand nimmt und natürlich auch, je öfter man bestätigt bekommt, dass die Aussagen der Karten stimmen; dass man richtig interpretiert hat.

Kommen wir noch mal auf die Fremdsprache zurück: Auch hier ist es so, dass man im Laufe der Zeit sicherer wird, dass man auch aus dem Satzzusammenhang Informationen erhält, ohne groß nachzudenken.

Ich glaube wirklich, dass dieses besondere Selbstvertrauen, dass tatsächliche WISSEN über die Korrektheit der gemachten Prognosen, den „guten“ KartenlegerInnen eben das gibt, was die Ratsuchenden als „Gabe“ erkennen. Eine spezielle Form der Souveränität.

Beim Kartenlegen an sich ist es sicher so, dass man die einzelnen Kartenbilder auch im Unterbewusstsein speichert und so in der Lage ist, in eine bestimmte Legung auch vergleichbare Tendenzen als Erfahrungswerte mit einfließen zu lassen.

Sehr oft ist auch zu bemerken, dass KartenlegerInnen, die sich schon viele Jahre mit diesem Medium beschäftigen, tatsächlich auch selber eine gewisse Medialität entwickeln; beispielsweise schon vor der eigentlichen Fragestellung wissen, was der Ratsuchende wissen möchte oder auch ganz konkret sogenannte Eingebungen von der geistigen Welt erhalten. Dieses Phänomen kann ich Ihnen leider auch nicht erklären. Meiner Ansicht nach ist es aber durchaus denkbar, dass sich im Laufe der Zeit eine Art Kanal öffnet, gemeinsam mit dem Vertrauen in die eigene Fähigkeit, der es den Engeln erst möglich macht, solche Botschaften zu übermitteln.  

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